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Die auf wissenschaftliche Evidenzen ausgerichtete Zahnheilkunde unterliegt seit geraumer Zeit einem grundsätzlichen Paradigmenwechsel. So ist es heute beispielsweise unbestritten, dass eine Therapieentscheidung auf der Basis von Momentbefunden vielfach auch nicht reproduzierbar ist. Ferner können Karies- oder Parodontalerkrankungen auch durch ausgefeilte Füllungs- oder Zahnersatztechniken oder die mehr oder weniger regelmäßig durchgeführte Zahnsteinentfernung meist nicht erfolgreich behandelt werden. In den westlichen Industrieländern stellen Karies und Parodontitis die häufigsten oralen Erkrankungen dar. In beiden Fällen handelt es sich um bakteriell verursachte (Infektions-) Erkrankungen, die in den meisten Fällen einen langsamen und über lange Zeit schmerzfreien Verlauf nehmen können. Die Entwicklung von Parodontitis oder Karies und deren Verlauf werden durch die Wechselwirkung zwischen bakterieller Infektion mit der individuellen Immunreaktion des Patienten bestimmt. Im Rahmen einer modernen Diagnostik wird die Infektion qualitativ und wenn möglich quantitativ erfasst und die individuelle Immunfunktion - soweit möglich und vor therapeutischem Hintergrund sinnvoll - eruiert. Besonderes Augenmerk gilt etwaigen Risikofaktoren, die umweltbedingt erworben oder genetisch prädisponiert sein können. Eine systematische Befunderhebung vor, während und nach einer Therapie offenbart die Verlaufsdynamik der Erkrankung. Im Mittelpunkt einer ursachengerichteten Therapie steht die Reduktion bzw. Elimination der krankheitsursächlichen Mikroorganismen sowie anschließend ein kontinuierliches Infektionsmanagement zur möglichst langfristigen Gesunderhaltung der oralen Gewebe. Restaurative oder rekonstruktive Therapiemaßnahmen bauen darauf auf und dienen der Erhaltung bzw. der Wiederherstellung der Kaufunktion. Weitere Informationen zur minimalinvasiven Zahnerhaltung finden Sie unter |